Kinder-Aikido und Gewaltprävention

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Seit Beginn unseres Aikido-Unterrichts für Kinder werde ich immer wieder auf das Thema Gewalt, z.B. auf Pausenplätzen oder auf dem Heimweg, angesprochen.

Die Frage, ob Kinder mit Hilfe von im Aikido erlernten Techniken einer Gewaltsituation (Würgen, Schlagen, Treten, etc.) effektiv begegnen können, muss meines Erachtens differenziert beantwortet werden.

Nicht-Kämpfen

Grundsätzlich ist es so, dass Aikido nicht zum Kämpfen erlernt wird. Dies aus mehreren Gründen:
  1. Gewaltanwendung aufgrund einer Gewalteinwirkung erzeugt immer  Gegengewalt.
  2. Die Chance, dass man einen Kampf gewinnt beträgt ein Drittel: Sowohl bei einer Niederlage als auch bei einem Unentschieden gibt es nur Verlierer mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von Verletzungen. Das Risiko einen Kampf zu verlieren ist demzufolge höher als ihn zu gewinnen. Zudem sind rechtliche Folgen im Falle eines Sieges nicht auszuschliessen...
  3. Das Konzept des Aikido lässt keinen Kampf zu, da der Gegner weder geschlagen noch besiegt wird - er wird vielmehr davon überzeugt, dass weitere Angriffe seinerseits sinnlos sind, da man diesen immer ausweichen oder sie so umlenken kann, dass sie ihre Wirkung verlieren.
Dieser dritte und letzte Punkt ist der wichtigste, denn um dieses Ziel zu erreichen, dieses Konzept zu verinnerlichen, ist ein hohes Mass an ständiger Übung, sowohl körperlich als auch mental, unabdingbar - auch für Kinder!

Notsituation

Ich vertrete den ganz klaren Standpunkt, dass das im Aikido-Unterricht geübte nur im äussersten Notfall angewendet werden soll, nämlich dann wenn keine Möglichkeit mehr besteht dem Konflikt auszuweichen und man sich der Gewalteinwirkung stellen muss. Es gibt in diesem Fall keine Garantie dafür, wie und ob eine Reaktion mit Hilfe einer bestimmten Aikido-Technik erfolgen kann - bestimmt aber werden die im Aikido ständig geübten Konzepte und Verhaltensweisen zum Tragen kommen:
  • Aufrechte, konzentrierte und ruhige Haltung
  • Reaktion im richtigen Moment und aufgrund der richtigen Distanz
Das sind genau die Punkte, welcher in jeder geübten Technik immer integriert sind!

Noch einmal: Nicht-Kämpfen!

In erster Linie also gilt es einer allfälligen Konfrontation aus dem Weg zu gehen, das reicht von Ausweichen, wenn jemand zu Nahe kommt bis zum Weglaufen zur Vermeidung des Konflikts. Wann und bei welcher Distanz das nötig ist, lernen die Kinder mit jeder Technik im Aikido - denn genau dazu sind diese da! Niemals jedoch dürfen die Kinder zum Spass oder als Versuch jemanden ausserhalb des Dojo (unser Raum, wo wir Aikido üben) zum 'Aikido-Spiel' auffordern. Im schlimmsten Fall kann das Anwenden von Techniken mit ahnungslosen Ungeübten (genau so wie mit agressiven Gewaltanwendern) zu bösen Verletzungen führen!

Fazit

Aufgrund der vielen Rückmeldungen (von Eltern und den Kindern selbst) bezüglich Lösung gewalttätiger Konflikte mit Hilfe der im Aikido geübten Konzepte und Verhaltensweisen, bin ich überzeugt, dass das Aikido ein sehr guter Weg ist, zu lernen, wie man sich selbst und mögliche Angreifer ohne Gewaltanwendung kontrollieren kann.

Aikido Kinder 4-7 Jahre
Aikido Kinder ab 8 Jahre

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